Feist - Live in Brooklyn, New York
29.08.2007, McCarren Park Pool, Brooklyn, New York
Was war das für ein Sommer! Der Flieger Richtung Urlaub ist nachts in New York gelandet und am nächsten Abend ging es gleich nach Brooklyn in die hippe Neighbourhood Williamsburg. Dort befindet sich der McCarren Park. Hier sammeln sich die Bewohner der Umgebung, zahlreiche Latinos, viele Leute russischer Abstammung, hier wird Baseball gespielt, gegrillt und das herrliche Wetter genossen.
Am Rand des Parks befindet sich ein Eingang, der an eine kleine Festung erinnert. Dahinter ist ein trocken gelegter Swimming Pool, der Schauplatz des heutigen Open Air-Konzerts. Auf der einen Längsseite befindet sich die Bühne. Drumherum gibt es BBQ-Stände, das bunt gemischte, nicht hype versessene und bei jeder Kleinigkeit ekstatisch aufschreiende, überaus entspannte Publikum macht es sich auf dem Poolboden gemütlich, es gibt im Westen einen kleinen Blick auf die Skyline von Manhatten und das bei knapp 30 Grad. Kann es bessere Bedingungen für ein Konzert geben?
Beim Betreten des Geländes erklingen noch die letzten Songs der Lokalmatadoren Grizzly Bear. Der erste, bzw. letzte Eindruck war auf jeden positiv. Nach einer kurzen Pause betritt Kevin Drew, Mastermind von Broken Social Scene, mit seinen Mitmusikern die Bühne und stellt sein in Kürze erscheinendes (und mittlerweile erschienenes Solo-Album ) „Spirit If…“ vor. Im Vergleich zu den normalen BSS Konzerten gibt es eine eher konventionelle Show. Natürlich werden auch hier ab und zu die Instrumente getauscht, doch Kevin Drew steht mit seinen neuen Songs logischerweise eindeutig im Mittelpunkt. Da das Album zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen ist, werden vor allem die Single „Backed Out On The Cooks“ und der Broken Social Scene Song „Super Connected“ gefeiert. Ganz zum Schluss wird das statische Konzept doch noch aufgebrochen, als Feist ihren Freund auf der Bühne beehrt und „Major Label Debut“ performt. Schönes Konzert, das Lust auf das Soloalbum und natürlich den Feist Auftritt macht.
Mit Einbruch der Dämmerung gegen 20h ist es dann soweit. Leslie Feist betritt mit Hut und Band die Bühne. Und gleich vom ersten Ton an erfüllt ihre Stimme das Gelände. Einfach immer wieder faszinierend, wie intim und doch raumausfüllend sie singt. Feist ist gut gelaunt, freut sich über den Abstecher nach Brooklyn. Sie covert als Hommage „In My Hands“ des Brooklyner Musikerfreundes Tony Scherr (http://www.myspace.com/tonyscherr), mit dem sie einen ihrer ersten Gigs hier hatte. Außerdem hat Feist eine neue Gitarre, die noch einen Namen braucht. Zahlreiche Vorschläge werden gerufen oder in Form von Papierfliegern auf die Bühne geworfen. Am Ende ist ihr Favorit „McCarren“. Dann erzählt sie von einigen Konzerten, auf denen sie war (Tina Turner! Janet Jackson!!) und haucht „I Love You“ ins Publikum. Diesem Charme kann sich einfach niemand hier entziehen.
Der musikalische Schwerpunkt des Sets liegt eindeutig auf dem aktuellen Album „The Reminder“, doch auch einige Perlen von „Let It Die“ inklusive einer alten Demo-Version von „Leisure Suite“ werden gespielt. Die Band ist großartig wie immer. Spielfreudig, einnehmend, mit viel Raum für Leslies Stimme. Diese improvisiert auch mal gerne. Bei „The Park“ wird mal eben der Text ein wenig auf Brooklyn umgemünzt, was selbstredend Begeisterung auslöst. Als mit „Let It Die“ der Abend beendet wird, fehlen zwar noch Songs wie „Inside And Out“, doch es gibt wahrscheinlich niemanden, der sich darüber beschwert. Alle sind von diesem glückseligen Gefühl berauscht, wie es nur auf Feist Konzerten zustande kommen kann.
- Won Sin -
Feist setlist:
When I Was a Young Girl
So Sorry
My Moon My Man
The Park
The Limit To Your Love
I Feel It All
In My Hands (Tony Scherr Cover)
Leisure Suite (4 track demo version)
Brandy Alexander
Phantoms
Past In Present
The Water
Mushaboom
1234
Intuition
Sea Lion Woman
Let It Die